Über mich

Seit mehreren Jahren arbeite ich hauptberuflich als Traumafachreferentin bei der feministischen Frauenrechtsorganisation medica mondiale e.V. Mein Schwerpunkt ist aktuell die fachliche Begleitung von Projekten in der Große-Seen-Region Afrika. Meinen Weg zur Traumapädagogin habe ich über die praktische Arbeit mit geflüchteten Menschen gefunden, aus dem Wunsch heraus, ihnen fachlich fundiert und verantwortungsvoll zu begegnen.

In meinen Workshops vermittle ich Fachkräften Grundlagenwissen zu Trauma, Traumasensibilität, Regulation und Selbstfürsorge. Praxisnah, interaktiv und ausgerichtet an den Bedürfnissen der Teilnehmenden. Denn mir geht es um zwei Dinge zugleich: die mentale Gesundheit von Fachkräften zu stärken und das Wohlergehen ihrer Klient:innen zu schützen.

Porträt einer lachenden jungen Frau mit lockigem, schulterlangem Haar, trägt goldene Creolen und eine gelbe Bluse vor einem neutralen Hintergrund.

Was mich & meine Arbeit geprägt hat

Der Umgang mit schwer belasteten Menschen verlangt mehr als guten Willen, das habe ich früh gelernt. Viele Jahre habe ich in verschiedenen Projekten mit geflüchteten Menschen gearbeitet. Dabei wurde mir immer wieder bewusst, dass mir fachliches Wissen im Umgang mit Menschen mit Gewalt- und Fluchterfahrung fehlte. Diese Lücke wollte ich schließen – auch weil ich wusste, wie viel auf dem Spiel stehen kann, wenn dieses Wissen fehlt.

Wie kann ich mit belasteten Menschen sensibel arbeiten?

Wie kann ich Retraumatisierungen vermeiden?

Wie kann ich angesichts der Schwere vieler Geschichten selbst eine gesunde Abgrenzung schaffen?

Diese Fragen haben mich beschäftigt und schließlich auch in meiner Masterarbeit zu transgenerationalen Kriegsfolgen bei Frauen in Bosnien und Herzegowina begleitet. Für die Arbeit habe ich mit lokalen Frauenrechtsorganisationen zusammengearbeitet. Am Ende hatte ich jedoch mehr Fragen als Antworten. Die Auseinandersetzung damit hat mich schließlich in die Weiterbildung zur Traumapädagogin geführt. In der Weiterbildung fand ich neben hilfreichem Fachwissen und praktischen Methoden eine klare Haltung, die bis heute mein Wirken prägt. Vor allem habe ich gelernt, die Auswirkungen von Stress und Trauma ganzheitlich zu betrachten – denn Körper und Geist sind untrennbar miteinander verbunden.

Heute arbeite ich hauptberuflich als Traumafachreferentin bei medica mondiale e.V. mit Schwerpunkt auf der Großen-Seen-Region Afrikas. Gemeinsam mit Kolleg:innen und Partnerorganisationen vor Ort habe ich in den vergangenen Jahren u.a. Konzepte und Methoden für eine traumasensible Unterrichtsgestaltung entwickelt. Wir haben Lehrkräfte darin geschult, Kinder mit Gewalterfahrungen zu unterstützen und gleichzeitig die eigenen Grenzen und Ressourcen im Blick zu behalten. Für die Weitergabe dieses Wissens an lokale Fachkräfte haben wir außerdem ein umfassendes Trainingsmanual entwickelt.

Besonders prägt mich dabei der kontinuierliche Austausch mit Kolleginnen unserer Partnerorganisationen. Bei Fachtagungen und Konferenzen, unter anderem in Bujumbura und Kigali, wird mir immer wieder bewusst, wie viel Wissen und welche vielfältigen Strategien zum Umgang mit Trauma und seinen Folgen im Globalen Süden existieren – oft ohne die Sichtbarkeit, die ihnen im internationalen Fachdiskurs zusteht.

Wissensvermittlung verstehe ich deshalb nicht als Einbahnstraße. Für mich bedeutet sie: Fachwissen weiterzugeben, gemeinsam weiterzuentwickeln und dabei selbst immer wieder Neues zu lernen.

Diese Verbindung aus internationaler Projekterfahrung, fachlicher Expertise und freiberuflicher Trainingspraxis prägt meine Arbeit. Mir ist wichtig, komplexes Wissen verständlich und praxisnah zu vermitteln und gleichzeitig Raum für unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen zu lassen.

Aufgewachsen am Fuße des Schwarzwalds, sind Wälder und Berge für mich bis heute meine absoluten Wohlfühlorte, an denen ich auftanke. Die Verbindung zur Natur ist für mich eine wichtige persönliche Ressource und fester Bestandteil meiner eigenen Selbstfürsorge.

Meine Hintergründe

Mein Bildungsweg

Zertifizierung als Traumapädagogin durch die Deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT)

Weiterbildung “Ressourcenorientierte Traumapädagogik und Traumazentrierte Fachberatung”, Institut Berlin

M.A. Friedens- und Konfliktforschung mit Zertifikatsstudium “Gender Studies und feministische Zukunftsforschung”, Universität Marburg

Auslandssemester und Studium des Hocharabisch, Prince Al Hussein Bin Abdullah II School of International Studies, Amman, Jordanien

B.A. Sozialwissenschaften mit Schwerpunk Interkulturelle Beziehungen, Hochschule Fulda

Berufliche Stationen

Traumafachberaterin & Projektmanagement, medica mondiale e.V.

Freiberufliche Traumapädagogin, DRK, Bund für integrative Bildung, CARE Deutschland e.V., Bezirksamt Reinickendorf

Freiberufliche Arbeit als Schulcoach für die Kiwi-Projekte, CARE Deutschland e.V.

Projektkoordination & Teamleitung, BENN Hohenschönhausen Nord

Projektassistentin “Kiwi Kids”, CARE Deutschland e.V.

Projektleitung verschiedener Begegnungs- und Empowermentprojekte im Bereich Flucht & Migration, Arbeit und Bildung e.V.